
Darf ich vor meiner eigenen Garage parken?
Die Garage gehört mir, das Auto auch, also warum sollte ich nicht einfach vor meiner eigenen Garage parken dürfen? Ganz so einfach ist es rechtlich leider nicht. Einerseits kann es aus praktischen Gründen problematisch werden, wenn ein Nachbar, ein Lieferdienst oder Rettungsfahrzeuge die gemeinsame Einfahrt nicht mehr nutzen können, andererseits wenn geltendes Recht gebrochen wird. Gemeinschaftsflächen, wie ein Hof, dürfen nicht einfach besetzt werden. Der Kassationsgerichtshof hat nämlich in einem Urteil von 2025 ausdrücklich festgestellt, dass alle Miteigentümer eines Kondominiums dieses Recht einstimmig beschließen müssen und dass das schriftlich festgehalten werden muss. Liegt die Garagenzufahrt an einer öffentlichen Straße, gelten grundsätzlich die Regeln der Straßenverkehrsordnung. Eine Einfahrt darf auch nicht teilweise so zugeparkt werden, dass die Zu- oder Abfahrt behindert wird oder dass ein öffentlicher Platz, wie der Gehsteig, besetzt wird. Das gilt auch dann, wenn es sich um die eigene Garage handelt. Eigentum an einer Garage bedeutet also nicht automatisch, dass man den Bereich davor beliebig als Parkplatz nutzen darf. Verkehrsregeln, örtliche Regelungen und die konkrete Situation vor Ort können entscheidend sein und müssen geprüft werden.
Anders kann die Situation auf einem rein privaten Grundstück aussehen.
Kurz gesagt: Die eigene Garage verschafft kein grundsätzliches Sonderrecht für den Platz davor. In einigen Fällen kann das zu Konflikten oder sogar Strafen führen.
DR. CARSTEN WEBER-ISELE
Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie Gerontopsychiatrie

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